Erfahrungsberichte
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Mein Auslandsjahr in Neuseeland
Es war 8 Uhr morgens, als das laute Piepen meines Weckers mich aus allen Träumen riss. Wobei eigentlich von träumen gar nicht die Rede sein konnte, denn so kurz vor meinem Abflug in die weite Ferne, fiel es mir recht schwer überhaupt zu schlafen. Plötzlich schossen sie mir wieder in den Kopf, diese ganzen Fragen über das anstehende Jahr in meiner neuen Heimat, Neuseeland.
Wie ist es dort? Die Schule, die Menschen, meine Gastfamilie. Viel Zeit hatte ich jedoch nicht um mich mit diesen Themen zu beschäftigen, denn in der Aufbruchstimmung Richtung Fughafen hatte ich schon genug damit zu kämpfen, nicht in eine Art Wehmuts Stimmung zu fallen, denn der Abschied von meinen Freunden und natürlich auch meiner Familie steckte mir auf dem Weg nach Frankfurt wie ein Klos im Hals! Auf der anderen Seite jedoch war ich super neugierig und unheimlich gespannt auf das mir bevorstehende Jahr.
Am Flughafen Frankfurt a.M. begrüßten uns schon zwei weitere „Mitflieger“ und die Koordinatorin von Aspect, Frau Baus. Obwohl wir schon etwas zu spät waren, herrschte doch eine recht angenehme Atmosphäre, denn nicht nur ich sondern auch alle andere konnten es nun kaum erwarten in die neue Heimat aufzubrechen.
Der Abschied gestaltete sich bei mir persönlich ehrlich gesagt als nicht sehr tragisch, was vielleicht auch ein wenig daran lag, dass ich mich im Vorfeld schon ein bisschen von meinen Freunden und meiner Familie distanziert habe. Vielleicht ist das nicht so empfehlenswert, aber bei mir hat’s geklappt und keiner hat unter dem Abschied irgendwie gelitten.
Nach dem Abschied am Gate hatten wir nun einen ca.9 Std. Flug Richtung Singapur vor uns. Die Flugrouten Richtung Neuseeland laufen nämlich alle von Deutschland aus über den Flughafen in Singapur, an dem wir ca. 6 Std. Aufenthalt hatten. Es bestand leider nicht die Möglichkeit für uns den Flughafen zu verlassen, aber das mussten wir auch gar nicht, denn im Flughafen gibt es wirklich viele Möglichkeiten sich die Zeit zu vertreiben. Es empfiehlt sich sehr eine Badehose ins Handgepäck zutun, denn nach 9 Stunden Flug, gibt es wirklich nichts, dass erfrischender ist als ein Bad im Outdoor Swimmingpool direkt über der Landebahn. Frisch erholt steigt man dann auch gerne noch mal, je nach Ankunftsort, ca. 10 Std. in den Flieger ;).
Leider musste ich mich in Singapur von einem Freund, dessen neue Heimat Wellington werden sollte, verabschieden, denn mein Flieger brachte mich direkt nach Christchurch. Ich hatte wirklich Glück, dass ich auf meinem Anschlussflug ein nettes, älteres Ehepaar als Sitznachbarn hatte, denn der fast 10 std. Flug entpuppte sich als wahrer Nervtöter…..und war teilweise eine echte Herausforderung ans Sitzfleisch. Doch der Service bei Singapur Airlines war auf dem Hin-, sowieso Rückflug, hervorragend und somit hatte man den Flug auch irgendwann überstanden.
Ich kann mich jetzt noch an das Gefühl erinnern als ich in Neuseeland gelandet bin. Ich hatte das Gefühl neue Luft zu atmen und war ziemlich gespannt und aufgeregt, auf das was auf mich zukommen sollte.
Nach der Passkontrolle, mit den außerordentlich netten Beamten, trat ich durch die Glastür hinter der schon meine Homestay Koordinatorin Irene Marks auf mich wartete. Ich wurde mit der herzlichsten Umarmung begrüßt und genau von dem Moment an wusste ich, dass ich hundertprozentig die richtige Entscheidung getroffen hatte, welche ich in den elf Monaten kein einziges Mal anzweifelte. Ich wünsche allen die sich für dieses Jahr entschieden haben, eine genauso wunderbare und außerordentliche Erfahrung wie ich sie erleben durfte. Es war das beste Jahr meines Lebens.
Philipp Wezorke
Linwood, Christchurch