High School-Erfahrungsberichte USA

Weltweiter Marktführer in der internationalen Bildung

Mein Abenteur begann mit einem tränenreichen Abschied am Flughafen. Ach die Anfangszeit in den USA war nicht einfach für mich. Es war alles andere als erwartet. Meine Gastfamilie hat mich schon Ende März augesucht und wir haben uns seitdem die ganze Zeit E-Mails geschrieben. Sie haben Fotos von sich geschickt und doch war das Bild, was ich von ihnen hatte, ein ganz anderes. Endlich in meinem neuen zu Hause in Klamath Falls, Oregon, angekommen, realisierte ich zum ersten Mal, dass ich jetzt auf mich allein angewiesen bin.

Zwar wohnte ich in einer Gastfamilie, die mich auch gleich nett und offen empfangen hat und trotzdem war es nicht wie zu Hause, wo man sich sicher sein kann, Mama und Papa regeln das schon, wenn was schief läuft. Heimweh überkam mich. Alles sollte sich schnell ändern, als die Schule anfing. Gleich am ersten Schultag hatte ich das Glück meine "beste Freundin" zu treffen. Wir haben uns von Anfang an verstanden. Es war auch kein Problem neue Freunde kennen zu lernen, denn Klamath Falls hat nur 20 000 Einwohner, verteilt auf drei große High Schools, und die Schüler waren sehr offen. Ich habe schon in den ersten Tagen gemerkt, dass alle Menschen, die ich getroffen habe, offen waren und auf einen zukamen. Sicher man musste auch hier und da mal auf andere zugehen, aber das lernt man schnell.

Die Schule wurde nach meiner Gastfamilie mein zweites zu Hause. Hier war ich mit Gleichaltrigen zusammen, denn ich hatte zwar Gastgeschwister, aber die wohnten schon beide außer Haus. Im Winter habe ich mich dann entschlossen, dem Schwimmteam beizutreten. Geschwommen bin ich in Deutschland sehr selten und das auch noch in einem Wettkampf zu tun, war eine große Herausforderung. Meine Mannschaftskameraden haben mich offen empfangen und auch immer zum Weitermachen motiviert. In dem Austauschjahr in ein Sportteam zu gehen, ist immer zu empfehlen, denn hier findet man schnell Freunde, die auch z. T. dieselben Interessen haben. Dies stellte sich dann im Frühjahr bei Track & Field heraus.

Fast alle meine Freunde, die ich bis jetzt kennen gelernt habe, machten dort mit. Man kann sich größtenteils selber aussuchen, was man gerne machen möchte. Ich wollte unbedingt etwas Neues ausprobieren, so landete ich bei Stabhochsprung. Das hat riesen Spaß gemacht, auch wenn ich nur eine nicht zu erwähnende Höhe von 2.20m geschafft habe. Was mich aber in der Schule am meisten fasziniert hat, war der sog. "School Spirit", der wohl an jeder amerikanischen Schule zu finden ist. Am meisten merkte man ihn auf den Tänzen, wie "Winterformel" oder "Prom", wo fast alle Schüler waren. Aber es war ja nicht immer Schulzeit.

Die Ferien habe ich mit meinen Gasteltern sehr genossen. Thanksgiving wurde traditionell mit der Familie gefeiert und auch Weihnachten sollte die Familie nicht fehlen. Rückblickend war das Austauschjahr mit allen Höhen und Tiefen ein super Jahr, welches ich nie vergessen werde. Man hat so viele Erfahrungen und Eindrücke gewonnen, aber auch viele Sachen, die hier zu Hause selbstverständlich sind, schätzen gelernt.

High School-Erfahrungsbericht USA 
von Wiebke Lückstädt in Klamath Falls

-------------------------------------------

Viele Austauschschüler erzählen zunächst vom Beginn ihrer Reise. Ich möchte zur Abwechslung einmal mit dem letzten Tag beginnen, der ‚Graduation’: Für mich war es der letzte Tag und gleichzeitig der ‚Krachende’ Abschluss meines Austauschjahres. Das Ende eines sehr wichtigen Kapitels in meinem Leben und krachend deshalb, weil die ‚Graduation’ typisch amerikanisch gefeiert wird.

Die Schüler konnten es kaum abwarten, am Ende der Zeremonie die Kappen in die Luft zu werfen. Ganz zu schweigen von der feierlichen Verleihung der ‚diplomas’. Danach folgten die Fotos mit den stolzen Familien und natürlich die lange ‚After Graduation Party’.

Als ich mit mehreren von meinen Freunden schließlich nach einer langen Feier die Party verließ, traf es mich dann doch wie ein Schlag: All das sollte morgen ein Ende nehmen, und dann war es plötzlich auch um mich geschehen. Diejenige, die als eine der wenigen nicht während der Zeremonie geheult hatte, schluchzte und heulte wie ein Wasserfall.

In dieser recht kurzen Nacht träumte ich dann von vielen meiner Lieblingsmomenten in diesem außergewöhnlichen Jahr:
- der aufregende Trip in die USA am Anfang des Jahres, bei dem ich aufgrund von Verspätungen fast meinen Anschlussflieger verpasst hätte.
- das erste Treffen mit meiner Gastfamilie, die damals noch Fremde gewesen waren und mittlerweile wirklich ein Teil dessen geworden sind, was ich als Familie bezeichne.
- meine High School, an der ich nicht nur viele liebe Freunde fürs Leben kennen gelernt, sondern auch ganz neue Seiten an mir selbst entdeckt habe.
- nicht zu vergessen die unzähligen Ausflüge in Oregons atemberaubendes Hinterland.
- zudem gab es noch den School-Choir-Trip und den Band-Trip nach Kalifornien zum Anaheim Music Festival.
- die tollste Erinnerung war und ist der Prom- Abschlussball. Ich hatte mir extra ein wahnsinnig schönes Ballkleid gekauft und fühlte mich wie auf einem großen Ball.

Natürlich war auch nicht immer alles in Butter gewesen:
Nach den ersten drei Monaten lief die Schule zwar gut, aber ich hatte immer noch nicht richtige Freunde gefunden, obwohl ich ein recht offener und fröhlicher Mensch bin. Weihnachten stand vor der Tür und ich hatte schreckliches Heimweh nach meiner Familie und Deutschland, was meine Art war, den sogenannten ‚culture shock’ zu erleben. Auch wenn meine Gastschwester und ich keine Probleme miteinander hatten, wurden wir zwei erst nach vier Monaten vertrauter und sollten am Ende des Jahres wie Pech und Schwefel zusammen halten. Mit der Sprache selbst hatte ich nie große Probleme. Ich konnte so ziemlich alles verstehen, nachdem ich den lokalen Slang drauf hatte.

Jetzt war aber der Tag meiner Abreise gekommen und meine Gastfamilie fuhr mit mir zum Flughafen und, um es kurz zu machen, der Abschied war wirklich herzzerreißend!

Mein Austauschjahr hat mich definitiv sehr geprägt und einen anderen Menschen aus mir gemacht. Ich habe gute und schlechte Erfahrungen gemacht und all das hat mich insgesamt stärker gemacht.

All den ‚Zukünftigen’ möchte ich gerne den Ratschlag geben, auf keinen Fall aufzugeben und immer zu versuchen, Träume wahr werden zu lassen. Ich wünsche euch das Allerbeste und glaubt mir, wenn ich sage, ihr habt keine Ahnung, worauf ihr euch da einlasst, und das ist auch gut so!

High School-Erfahrungsbericht USA 
von Eileen Röhrle in Bend