Sprache und das Internet

Ist es von Bedeutung, mit welcher Sprache du dich im Internet bewegst? Dieser Frage sind Wissenschaftler auf den Grund gegangen und sie haben erstaunliche Ergebnisse zusammengestellt, wie sie jetzt von The Guardian und der British Academy veröffentlicht wurden.

Die Möglichkeit mit Nutzern weltweit über das Internet kommunizieren zu können ist nur ein Vorteil des Internets. Doch Sprache und das Internet beeinflussen sich gegenseitig, so dass verschiedene online Erfahrungen entstehen? Macht es einen Unterschied, ob deine Muttersprache Zulu anstatt Englisch ist? Die Antwort ist „Ja, es macht einen Unterschied.“ Das Internet scheint nur so groß zu sein, wie deine Sprachkenntnisse.

Es ist kein Geheimnis, dass Englisch die vorrangig genutzte Sprache im Internet ist. Mitte der 1990er Jahre waren schätzungsweise 80% der verfügten Internetinhalte auf Englisch zu finden. Allerdings repräsentiert Englisch heutzutage nur eine Sprache einer sprachlichen Auslese im Internet. Der Anteil der englischsprachigen Internetinhalte ist auf knapp 30% zurückgegangen, während Deutsch, Französisch, Spanisch und Chinesisch es in die Top 10 der verfügbaren online Sprachen geschafft haben. Sollte eine Sprache hingegen „vom Aussterben bedroht sein“, wird sie wahrscheinlich nie eine Zukunft im Internet haben.

Top 10 Sprachen, die 2013 im Internet genutzt wurden (Nutzerzahlen in Millionen)

  1. Englisch 800.6
  2. Chinesisch 649.6
  3. Spanisch 222.4
  4. Arabisch 135.6
  5. Portugiesisch 121.8
  6. Japanisch 109.6
  7. Russisch 87.5
  8. Deutsch 81.1
  9. Französisch 78.9
  10. Malaysisch 75.5
  11. Alle anderen 440.1

Seit 2011 gilt der Zugang zum Internet als Grundmenschenrecht. Allerdings ist Internetzugang allein nicht genug, um alle Nutzer weltweit gleichzustellen. Online Services und Soziale Netzwerke bestimmen zunehmend, wie wir uns austauschen, vernetzen und die Welt um uns herum wahrnehmen und verstehen. Genauso sehr bestimmt allerdings auch die Sprache, mit der wir das tun, welche Informationen wir erhalten.

  • Die Suchmaschine Google erkennt 30 europäische Sprachen, allerdings nur eine Afrikanische Sprache und keine der einheimischen Sprachen Amerikas oder der Pazifikvölker.
  • Selbst wenn du eine der dominanten Sprachen sprichst, erhältst du nur eine begrenzte Auswahl der Informationen, die im Internet erhältlich sind. Während du vielleicht annimmst, dass die Informationen, die in verschiedenen Sprachversionen enthalten sind, äquivalent übersetzt wurden, wirst du schnell feststellen, dass dies nicht der Fall ist. Wikipedia ist ein gutes Beispiel dafür – 74% aller Artikel sind nur in einer Sprache erhältlich, 95% aller Artikel gibt es nur in weniger als sechs Sprachen.

Unesco verlangt, dass Menschen die nicht-dominante Sprachen sprechen, die gleichen Möglichkeiten haben sollten, sich genauso leicht im Internet ausdrücken, verständigen und belesen zu können. Die genutzte Sprache beeinflusst die erhaltenen Informationen und Wege der Kommunikation heutzutage zu stark.

globus

  • Wer bei Google nach „Restaurants“ sucht, erhält in einigen Sprachen die zehnfache Anzahl an Ergebnissen, verglichen zu anderen Sprachen. Sucht man in Hebräisch, Arabisch und Englisch nach lokalen Restaurants einer Region, erhält man sogar ganz unterschiedliche Ergebnisse und Wegbeschreibungen in jeder Sprache.

Mark Graham vom Oxford Internet Institute bringt dieses Problem auf den Punkt. „Reiche Länder haben die Möglichkeit sich im Internet selbstdarzustellen und zu definieren. Ärmere Länder werden von anderen definiert.“

Wie du siehst, spielt Sprache und das Erlernen von Fremdsprachen eine große Rolle, nicht nur in der digitalen aber beispielsweise auch in der Geschäftswelt. Beginne deshalb früh, fremde Sprachen zu lernen. Kaplan hilft dir dabei!

 

 “The limits of my language [online] mean the limits of my world.”

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