Warum ein Auslandsjahr nicht in einem Bericht beschrieben werden kann

"Hello my name is Paula" – der wahrscheinlich meist gesagteste Satz von mir in den letzten 10 Monaten. Also "Hallo (!) mein Name ist Paula". Ich bin vor kurzem erst aus Amerika zurück gekommen,  habe viel zu viel zu erzählen und am liebsten würde ich den kompletten Text auf Englisch schreiben. Das sagt doch schon einiges, oder? ;)

Auslandsjahr Erfahrungsbericht USA

Vor fast genau einem Jahr war es soweit: Meine Reise hatte begonnen. Damals war mir nur noch nicht klar, was mir eigentlich bevor steht. Alles, was ich auf der Vorbereitungsveranstaltung gelernt habe, konnte ich noch nicht richtig realisieren. Vielleicht war das auch besser so, denn wer weiß, hätte mir jemand vorher genau gezeigt was ich alles erleben sollte, hätte ich wahrscheinlich bedenken bekommen oder den Mut verloren. Aber keine Angst! Das gehört alles dazu.

Auslandsjahr Erfahrungsbericht Paula Da war ich nun angekommen: in einem anderen Land, mit einer anderen Kultur, bei einer anderen Familie, in einer Stadt, in der ich niemanden kannte und einer Schule, die der deutschen Schule nicht um einen Hauch ähnelt. Nicht, dass das alles ein Problem wäre, nur wenn man sich auch noch in einer komplett anderen Sprache verständigen muss, wird es kritisch. Natürlich wird einem immer gesagt, dass man sich auch in die Sprache erst einmal einfinden muss, jedoch gibt es einen ausschlaggebenden Punkt, den die Meisten erst durch Selbsterleben verstehen. Eine andere Sprache besitzt verschiedene Redewendungen und Ausdrücke, die wir im Deutschen gar nicht kennen. Schwierig wird es dann, wenn man versucht in dieser fremden Sprache man selbst zu sein. Es ist mir am Anfang sehr schwer gefallen meine Persönlichkeit im Englischen auszudrücken (wie blöd auch immer das klingen mag - es stimmt). Das hat es mir anfangs erschwert, Freunde zu finden.

Mir ist erst nach drei Monaten klar geworden, auf was ich mich eigentlich eingelassen hatte. Nicht im Flugzeug und auch nicht im Alltag, sondern, als mir zum ersten Mal bewusst wurde, wie lange ich meine Familie und Freunde in Deutschland nicht mehr sehen werde. Doch so schlimm sich das auch anhört, Heimweh hatte ich trotzdem niemals. Nicht das ich meine Familie in Deutschland nicht vermisst hätte, jedoch habe ich nie mit dem Gedanken gespielt alles abzubrechen und nach Hause zu fahren. Und das war auch gut so, sonst hätte ich nämlich eine ganze Menge verpasst.

Aber warum kann ich trotzdem nicht alles in einem Text zusammen fassen? Ja, ich könnte jetzt davon erzählen wie Halloween, Thanksgiving und Weihnachten war, was für Sportarten ich gemacht habe und wie toll der berühmte „team spirit“ ist (ist er wirklich!), dass das Schulsystem und die Leute völlig verschieden sind, was ich in den Ferien gemacht habe oder welche tollen Ausflüge ich so erlebt habe mit Freunden und Familie. Das sind alles persönliche Erfahrungen, die ich gemacht habe und welche auch wunderschöne Geschichten hergeben, das könnt ihr mir glauben. Jedoch möchte ich eine andere Seite des Auslandsjahres beschreiben.

Auslandsjahr Paula - Abschluss in den USA

Warum ich mich für ein Auslandsjahr entschieden habe

Ein Auslandsjahr ist nicht nur in erster Linie dafür da, sich das Land anzuschauen und die Kultur mitzuerleben. Es ist natürlich Hauptbestandteil und (versteht mich nicht falsch) eine der besten Möglichkeit, all diese tollen Dinge erleben zu können; aber es gibt mehr als nur das. Es ist egal wohin die Reise geht, sich selbst in einem anderen Land und mit einer anderen Sprache und anderen Menschen zurecht zu finden bewirkt Wunder. Auch wenn es sich erst später bemerkbar macht, es hilft einem ungemein seinen Horizont und seine Ansichtsweise zu erweitern. Und hier kommt der Teil, der nicht gut genug beschrieben werden kann, sondern schlicht und einfach erfahren werden muss. Durch eine andere Lebensweise eine andere Blickweise auf das Leben zu bekommen, hilft ungemein die eigene Persönlichkeit zu erweitern. Damit meine ich nicht unbedingt, dass man sich grundlegend verändert, sondern zum Beispiel ehemals für Kleinigkeiten befundene Dinge nun zu schätzen weiß.

Ich habe zu schätzen gelernt, was Familie und Freundschaft bedeuten. Ich habe zu schätzen gelernt, dass Menschen, die einen vorher nicht kannten, auf einmal für einen da sind. Und wie diese Menschen einem so ans Herz wachsen, dass man sie nach einer innigen Zeit gar nicht mehr verlassen möchte. Ich habe gelernt, dass egal wo ich bin, ich nie alleine sein werde, denn überall gibt es tolle Menschen auf der Welt, von denen ich noch mehr lernen kann. Ich habe sogar in meiner Abwesenheit meine Familie und Freunde zu Hause mehr zu schätzen gelernt, denn ich weiß jetzt wie viel sie mir bedeuten. Ich habe die Welt und meine Zukunft zu schätzen gelernt. Ich weiß nun, dass eine so tolle Erfahrung vielleicht nicht das Einfachste und nicht nur das Beste Jahr ist, was man je erlebt, sondern eines der lebenswertesten Jahre ist, die man sich wünschen kann.

An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal bedanken bei allen die es ermöglicht haben.

  • Angefangen mit Kaplan und dem DFH, ohne sie wäre alles nur ein Traum geblieben.
  • Bei meiner Mutter die mich überall und immer unterstützt hat, wo es nur geht.
  • Und natürlich bei meinen Gastfamilien, die mich nicht nur als Freundin, sondern als Familienmitglied aufgenommen haben.

Dankeschön, ihr habt es möglich gemacht!

High School BroschüreFür alle, die auch gern ein Schuljahr im Ausland verbringen möchten, gibt es tolle Neuigkeiten. Die neue Broschüre für das Schuljahr 2016/17 ist ab jetzt online erhältlich.

Sichere dir einen Platz für das kommende Schuljahr.

Teilen