USA-Reiseknigge: Überlebenstipps für die Sprachreise

Amerikaner ticken einfach anders. Was man schon immer ahnte, wird bei der Sprachreise plötzlich Realität. Dann ist es gut, ein paar Überlebenstipps im Hinterkopf zu haben, die das scheinbar merkwürdige Verhalten der Gastfamilie erklären und die eigene Unsicherheit in Schach halten. Ein Tritt ins ein oder andere Fettnäpfchen gehört zwar dazu, doch es lebt sich deutlich leichter, wenn die amerikanische Mentalität vertraut ist. In unserem Artikel erfahrt ihr deshalb wichtige Infos über folgende Themen:

  1. Reisevorbereitungen: Von Visa, Handys und Handgepäck
    - Handys, Laptop und Co. im Gepäck
    - Papiere am Flughafen: Damit die Einreise nicht zur Ausreise wird …
  2. Eine Frage der Mentalität: Amerikaner ticken anders 
    - Amerikanisch-deutsche Freundschaften auf dem Prüfstand
    - No go’s in Schule und Job
    - Fast Food, soweit das Auge reicht?
    - Verhalten in Restaurants

Reisevorbereitungen: Von Visa, Handys und Handgepäck

Die Angst vor Terroristen bestimmt die Köpfe der amerikanischen Zollbeamten. Macht euch deshalb vorher schlau, was ins Handgepäck darf und welche Papiere dort verstaut werden sollten, damit es bei der Einreise keine Probleme gibt. Es ist auch gut zu wissen, welches Handy auf amerikanischen Grund und Boden noch funktioniert …

Handys, Laptops und Co. im Gepäck

Ein Handy hat vielen Reisenden schon gute Dienste erwiesen, sei es, um neue Freunde zu kontaktieren oder für Notfälle gerüstet zu sein. Doch das deutsche Gerät ist in Amerika kaum zu gebrauchen, da die amerikanischen GSM-Netze in anderen Frequenzbereichen funken. Doch dieses Problem lässt sich lösen: Entweder ihr besorgt euch ein separates Handy vor Ort oder ihr nehmt ein deutsches Triband- oder Quadband-Handy mit, das sowohl europäische als auch amerikanische Netze erkennt.

Der Laptop soll auch mit auf die Reise? Das ist an sich kein Problem. Ihr müsst allerdings damit rechnen, dass die Daten bei der Einreise von Grenzbeamten überprüft werden. Doch das ist aber recht selten und nicht mit einer Löschung eurer Daten verbunden.

Heikel sind in den USA nicht nur elektronische Geräte, die plötzlich streiken, sondern auch die Gepäckkontrollen am Flughafen. Damit ihr euch nicht unnötigen Ärger aufhalst, denkt daran, Feuerzeuge, Streichhölzer oder einzelne Lithium-Batterien und natürlich spitze Gegenstände oder Flüssigkeiten nicht im Handgepäck zu verstauen.

Papiere am Flughafen: Damit die Einreise nicht zur Ausreise wird …

… und ihr direkt am Flughafen wieder umkehren müsst, sind einige Details zu beachten. Als deutsche Touristen dürft ihr tatsächlich in die USA reisen – sogar ohne Visum! Das gilt jedoch nur, wenn ihr nicht länger als 90 Tage bleiben wollt, ein Rückflugticket und euren Reisepass in der Tasche habt und eine elektronische Einreiseerlaubnis vorweisen könnt. Es wird oft gemunkelt, dass der Reisepass sechs Monate gültig sein muss. Das stimmt aber nicht, denn es reicht aus, wenn die Gültigkeit während des Aufenthalts nicht abläuft. Wenn ihr allerdings in Amerika arbeiten wollt, sei es im Rahmen einer unbezahlten Freiwilligenarbeit oder eines Work and Travel Programmes, eine Sprachschule in den USA besuchen oder eine Forschungsarbeit durchführen wollt, ist ein Visum aber Pflicht.

„Haben Sie Waffen mit dabei?“ oder „Schmuggeln Sie Drogen?“ Auch wenn es für Europäer ein Rätsel bleiben wird, warum amerikanische Pass-Beamte darauf bestehen, solchen Details via Fragebogen auf die Schliche zu kommen – kreuzt einfach „Nein“ an, am besten ohne euch darüber lustig zu machen. Hier verstehen die Amerikaner nämlich keinen Spaß.

Eine Frage der Mentalität: Amerikaner ticken anderes

Nun habt ihr es geschafft. Ihr habt alle Klippen umschifft und seid in Amerika angekommen. Doch schon warten neue Fettnäpfchen, denn deutsche Ehrlichkeit und amerikanische Freundlichkeit vertragen sich nicht immer …

Amerikanisch-deutsche Freundschaften auf dem Prüfstand

„Nice to meet you!“ So oder ähnlich werdet ihr von Amerikanern begrüßt, wenn ihr sie das erste Mal trefft. Die kulturellen Unterschiede treten aber vor allem dann zu Tage, wenn ihr die Amerikaner besser kennenlernt.

Wenn du bei einer Shopping-Tour eine amerikanische Freundin fragst, ob du in dem blauen Kleid gut aussiehst, antwortet sie vielleicht: „Würde dir braun nicht besser stehen?“ Du wirst dann vielleicht über eine neue Farbkombination nachdenken, während deine Freundin eigentlich meinte: „Du siehst wie eine verrupfte Vogelscheuche aus!“ Aber so etwas würde man in Amerika nie sagen. In Deutschland natürlich auch nicht. Aber hierzulande ringt man sich immerhin „Na ja, ich weiß nicht …“ ab.

Vielleicht bist du überrascht, dass deine amerikanische Freundin total ausflippt, wenn du ihr ein Geschenk überreichst, das eher mittelmäßigem Einfallsreichtum entstammt. Keine Sorge, die Begeisterungsstürme entsprechen einem deutschen „Danke, gefällt mir“. Ist das Geschenk dagegen nicht so gut angekommen, fallen die Begeisterungsstürme weg und werden durch das deutsch anmutende „Danke, gefällt mir“ ersetzt.

Stolpersteine auf der Sightseeing-Tour

Natürlich kommt keine Sprachreise ohne ausgedehnte Sightseeing-Touren aus. Wenn ihr mit amerikanischen Freunden oder eurer Gastfamilie unterwegs seid, solltet ihr jedoch ein paar Kleinigkeiten beachten, um nicht unangenehm aufzufallen.

Stell dir vor, du willst dir gerade ein Ticket für das Empire State Building kaufen und sagst: „I want to buy a ticket“. Die Dame am Schalter wird dich nun mit gerunzelter Stirn anblicken. Warum? Klar, einem Sprachschüler verzeihen die Amerikaner viele Missgeschicke, doch Formulierungen mit „I want …“ klingen sehr unhöflich und fordernd. „I would like to buy…“ hört sich schon viel besser an.

Ein anderer Faux-pas verbirgt sich in einer kleinen, harmlos wirkenden Zigarette. In Amerika werden die kleinen Glimmstängel nicht gern gesehen, in Restaurants und Clubs sind sie sogar verboten. Aber auch wenn ihr eine Pause am Times Square einlegt, die bunte Leuchtreklame um euch herum bestaunt und eure Begeisterung mit einer Zigarette feiern wollt, macht ihr euch keine Freunde. Denn auch im öffentlichen Raum werden Raucher kritisch beäugt. Ihr seid also gut beraten, die amerikanischen Sehenswürdigkeiten als Nicht-Raucher zu besuchen.

Falls ihr noch Ideen braucht, was ihr in Amerika, insbesondere in der Lieblingsstadt aller Sprachschüler – New York – sonst noch besichtigen könnt, findet ihr auf stadt-spass.de weitere Infos.

No go’s in Schule und Job

Auch in Schule und Job lauern kulturelle Untiefen. Ihr wollt euch ein Auto mieten, um damit zur Arbeit oder zur Sprachschule zu fahren? Dann achtet darauf, nie schneller als 55 bis 65 Meilen pro Stunde unterwegs zu sein. Bei Verkehrskontrollen habt ihr dann nichts zu befürchten, außer ihr greift unverhohlen ins Handschuhfasch. Solche Gesten können in den USA schnell zu Missverständnissen führen!

An eurem Ziel angekommen, warten weitere Fettnäpfchen auf euch. Sagt der Kollege oder Banknachbar „I wonder if this is really the best solution“, heißt das natürlich: „Nein! Vergiss es!“ Wenn Deutsche das „amerikanische Nein“ aber als Diskussionsaufforderung verstehen, kommt es schnell zu Verwirrung. Oder aber wenn Deutsche einfach „Nein“ sagen, wenn sie „Nein“ meinen.

Kritik ist generell ein schwieriges Thema in Amerika. Denn dort lernen die Kinder schon früh: „If you don’t have anything nice to say, don’t say anything“ Und so wird Kritik verschwiegen, auch wenn es einiges zu bemängeln gäbe. Wenn dann ein nörgelnder Deutscher daherkommt, der Kritik eher als Zeitvertreib oder Frustabbau versteht, kommt das nicht immer gut an. Denn solches Verhalten versteht man in Übersee einfach nicht.

Fast Food, soweit das Auge reicht?

Essen ist wichtig. Besonders in Amerika. Deshalb haben viele Restaurants 24 Stunden lang geöffnet, genau wie manche Supermärkte. Und dort ist das Einkaufen viel komfortabler als in Deutschland: Gut sortierte Ware, Gänge, die breit genug für die riesigen Einkaufswägen sind und freundliches Personal, das die Einkäufe wenn gewünscht bis zum Auto trägt. Verhungern werdet ihr also nicht in Amerika. Aber vielleicht zunehmen?

Amerikaner essen zwar nicht immer Fast Food. Aber hin und wieder darf es schon ein Hamburger sein. Zum Beispiel zum Independence Day, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag. Dann gibt es Burger, Kartoffelsalat und Dessert in rot-weiß-blauen Farben. Und auch sonst ist das Klischee des Fast Food essenden Amerikaners nicht ganz falsch: In den USA gibt es tatsächlich mehr Fast Food-Ketten als in jedem anderen Land dieser Welt. Der Vorteil: Dort tappen deutsche Touristen nicht allzu schnell ins Fettnäpfchen. Die sind in anderen Restaurants nämlich großzügig ausgelegt …

Verhalten in Restaurants

Amerikaner gelten gemeinhin als kontaktfreudige Zeitgenossen. Das gilt aber nicht für jede Situation: Wer sich im Restaurant einfach zu anderen an den Tisch setzt, wird böse Blicke ernten. Wartet lieber, bis euch ein Tisch zugewiesen wird.

Ein weiteres Fettnäpfchen sind die Toiletten. Die heißen nämlich nicht „Toilets“, wie ahnungslose Touristen vermuten würden, sondern „Restrooms“ oder „Mens’ beziehungsweise Ladies‘ Room“. Das Wort „Toilet“ ruft bei Amerikanern unappetitliche Vorstellungen hervor. Vergesst auf keinen Fall, im Restaurant Trinkgeld zu geben, und zwar richtig viel. Zehn bis 20 Prozent des Rechnungsbetrags dürfen es schon sein, denn das Trinkgeld macht einen Großteil des Einkommens des Kellners aus. Habt ihr diese Hürde und auch die anderen kulturellen Unterschiede gemeistert, seid ihr auf der sicheren Seite. Und kommt mit einer ausgewogenen Mischung aus deutscher Ehrlichkeit und amerikanischer Freundlichkeit nach Hause zurück.

Wart ihr schon einmal in den USA? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? 

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