Business-Knigge fürs Auslandspraktikum

Ein Praktikum im Ausland ist eine gute Möglichkeit, praktische Erfahrungen zu sammeln und gleichzeitig die eigenen Sprachkenntnisse aufzubessern. Deshalb zieht es die meisten Auslandspraktikanten in englischsprachige Länder wie die USA, Kanada oder Australien. Dabei wird oft wenig beachtet, dass es nicht nur darum geht, in eine andere Sprache oder einen Beruf einzutauchen, sondern auch darum, eine fremde Kultur kennen zu lernen. Viele Praktikanten wissen nicht, wie sie sich in einem Unternehmen im Ausland zu verhalten haben und treten am Anfang in so manches Fettnäpfchen. Damit es dir bei deinem Auslandspraktikum nicht ähnlich geht, haben wir eine kurze Business-Knigge für England, die USA, Kanada, Australien und Neuseeland zusammengestellt.

England
In England und besonders in der Hauptstadt London, ist Schnelligkeit gefragt, von einem gemütlichen Arbeitstempo ist also eher abzuraten. Im Umgang miteinander wird häufig nur der Vorname verwendet, auch zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern. Auch akademische Titel fallen demzufolge immer flach, aber vorsichtig sein solltest du bei Adelsprädikaten wie Sir, denn diese sind den Engländern sehr wichtig. Die Kleidung im Geschäftsleben fällt meist klassisch aus: Kostüm für Frauen und Anzug für Herren. Die Briten sind es gewohnt, dass man ihnen, besonders als Ausländer, mit Höflichkeit begegnet. Deshalb ist es wichtig, dass du eventuelle Ablehnung oder Kritik nicht allzu direkt äußerst und dich immer bedankst und entschuldigst, auch wenn es sich nur um Kleinigkeiten handelt. Auch solltest du nicht gleich versuchen, eine Diskussion mit einem Engländer zu führen. Deutsche Diskussionen klingen für Engländer oft nach Streit, besonders, wenn es um folgende Themen geht: Religion, die Monarchie, den Nordirland-Konflikt, die königliche Familie oder Politik. Darum solltest du es vermeiden, einen Engländer auf diese Themen anzusprechen.
Die englischen Gepflogenheiten haben auch die ehemaligen Kolonien beeinflusst und so sind Businessregeln in der englischsprachigen Welt recht ähnlich. Dennoch gibt es einige Dinge, die typisch englisch sind und andere, die nur auf ein einzelnes Land zutreffen.

Australien
Auch in Australien ist es üblich, den Vornamen zu benutzen und von akademischen Titeln, nicht aber von Adelsprädikaten, abzusehen. In Australien werden Kollegen oft wie Freunde behandelt und so ist es in vielen Unternehmen undenkbar, sich ohne ein Feierabendbier im Pub ins Wochenende zu verabschieden. Solltest du von einem Kollegen zum Barbecue eingeladen werden, dann wird erwartet, dass du Fleisch und eventuell Getränke mitbringst und so zu der Grillparty beisteuerst. Mit den Tischmanieren nehmen es die Australier nicht so genau, aber als Ausländer ist es ratsam, sich bei Tisch einfach so zu verhalten wie man es von zu Hause gewohnt ist. An der Arbeit sind allerdings wie in England Anzug und Kostüm die Regel.

Neuseeland
Die Arbeitskleidung ist genau wie die australische eher formell. Solche Vergleiche mit dem großen Nachbarn sind in Neuseeland jedoch nicht gern gesehen. Deshalb solltest du dir jegliche Gleichsetzung oder gar Verwechslung mit Australien verkneifen. Anders als in vielen anderen Ländern ist bei den Neuseeländern aber Politik kein Tabuthema und wird gern diskutiert.

USA
Die Amerikaner, oft als Kulturbanausen verschrien, haben trotz ihres Rufes recht genaue Vorstellungen von angemessenem Verhalten am Arbeitsplatz. Die Tatsache, dass auf die gängige Frage „How are you?“ kein ausführlicher Bericht über das aktuelle körperliche und seelische Befinden erwartet wird, ist mittlerweile auch bei Englisch-Lernern hierzulande bekannt. Genauso wenig bedeutet „See you later!“, dass du dich auf Besuch im Lauf des Tages einstellen solltest. Dies sind nur Begrüßungs- bzw. Abschiedsfloskeln, die mit unverfänglichen, kurzen Sätzen wie „Fine, thanks“ oder „Alright, bye“ und einem Lächeln beantwortet werden. Auch in den USA ist es üblich, sich nur beim Vornamen zu nennen. Der Nachname wird höchstens bei der ersten Vorstellung erwähnt. Bei aller Lockerheit solltest du dennoch darauf achten, pünktlich zu sein, denn mit der Zeit nehmen es die Amerikaner eher genau. In den USA sind Anzug und Kostüm oder Hosenanzug die übliche Business-Kleidung. Dabei solltest du keine allzu auffälligen Details oder Farben wählen.

Kanada
Mit den Namen und der Kleidung halten es die Kanadier ähnlich wie die Amerikaner, allerdings tragen die Frauen meist ein Kostüm. Vergleiche mit dem südlichen Nachbar sind allerdings auch in Kanada verpönt und sollten vermieden werden. Außerdem solltest du dir nicht am Tisch die Nase putzen, da dies als extrem unhöflich gilt. Die angemessenen Gesprächsthemen und  solche, die absolut tabu sind, sind aber in den USA wie in Kanada und auch in vielen anderen Ländern die gleichen. Gespräche über folgende Themen können nur schief gehen: Politik, nationale Probleme, private Probleme. Wähle lieber eines der folgenden Themen, um Kontakte zu knüpfen: Landschaft, Sport, Reisen, Filme, Wetter.

Nachtrag: Die strengen Auflagen und Visaregulierungen Kanadas erlauben es uns nicht mehr, ab 2016 weiterhin Auslandspraktika in Kanada anzubieten. Weitere Gap Year Möglichkeiten in Kanada findest du auf unserer Webseite.

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