Wie plant man eine Weltreise?

Hast du schon einmal über eine Weltreise nachgedacht? Viele, die über einen Auslandsaufenthalt nachdenken sind der Meinung, dass nur während der Schulzeit, direkt nach dem Abi oder im Studium Zeit dafür ist.

Das dem nicht so ist, erzählt uns Anja Beckmann. Sie ist schon um die ganze Welt gereist und hat noch viele Stationen auf ihrer Wunschliste zu stehen. In ihrem Reise- und Foodblog Travel on Toast berichtet sie von ihren Reisen und den kulinarischen Besonderheiten aus aller Welt, die bei ihr schon auf dem Teller landeten. Sie hat vieles Aufregendes erlebt und falls du dich fragst 'Wie plant man eine Weltreise?', gibt sie dir gute Tipps.

Liebe Anja, wie bist du auf die Idee gekommen, eine Weltreise zu unternehmen?

Anja als Kind in Frankreich
Anja als Kind in Frankreich

Gereist bin ich schon immer leidenschaftlich gerne. Als Kind bin ich mit meiner Familie meist samt Wohnwagen nach Frankreich gefahren.

Im Studium wäre ich gerne für einige Zeit ins Ausland gegangen, aber es hat sich leider nicht ergeben. Dann habe ich erstmal fast zehn Jahre lang gearbeitet. Zwischen zwei Jobs hatte ich die Möglichkeit, auf Weltreise zu gehen. Sie war zuerst nur für ein halbes Jahr geplant. Doch das Reisen hat mir super gefallen und Südamerika lockte – da habe ich auf ein Jahr aufgerundet.

Wo hat es dir auf deinen Reisen am Besten gefallen und warum? Gibt es Erlebnisse und Momente, dich dich sehr beeindruckt, überrascht oder vielleicht geschockt haben?

Auf der einjährigen Weltreise habe ich mir 15 Länder angeschaut – Australien, Neuseeland und verschiedene Länder in Asien und Lateinamerika. Ich fand toll, dass jedes Land so ganz anders war.

In Australien habe ich mich wegen des Meeres und der traumhaften Strände verliebt. Neuseeland ist wunderschön mit Bergen, Fjorden, Gletschern und Farnwäldern. Außerdem liebe ich englischsprachige Länder, beide passen also zu mir. Die Aussies sind sehr lässig und locker, sie kürzen alles ab: Statt Frühstück gibt es „brekkie“, Mücken sind „mozzies“ und das Barbeque heißt „barbie“.

Nach Thailand kehre ich immer wieder zurück – das nächste Mal im Januar. Die Kombination aus schönen Stränden, Bangkok als lebendiger Metropole, fantastischem Essen und netten Menschen hat es mir angetan.

Natur pur in Neuseeland
Natur pur in Neuseeland

In Japan fiel ich mit 1,80 Metern und roten Haaren auf wie ein weißer Elefant. Ich merkte, dass die Leute mich anstarrten. Doch immer, wenn ich Blickkontakt suchte, schauten sie schnell weg. Eine Frau traute sich, kam in der U-Bahn auf mich zu und überreichte mir feierlich Limo und Kekse. Wie nett!

Beeindruckt haben mich neben den Menschen auch immer wieder besondere Naturschönheiten, Monumente und Tiere. In Australien gehörten der Whitehaven Beach, Ayers Rock und das Sydney Opera House dazu. In Neuseeland bin ich mit Seehunden geschwommen, in Mexiko mit Schildkröten. Unbeschreiblich...

Was steht für die Zukunft auf deiner 'Bucketlist' und warum gerade diese Ziele?

Für das kommende Jahr habe ich eine Liste mit Wunschreisezielen gebastelt. Ganz oben auf dieser Liste stehen Guatemala, Honduras und El Salvador. Ich war schon mal kurz in Guatemala, die Maya-Tempelanlage Tikal hat mich sehr beeindruckt. Jetzt würde ich gerne noch mehr vom Land sehen, auch von seinen Nachbarn Honduras und El Salvador.

Weitere Wunschreiseziele sind Kolumbien (davon schwärmen so viele), Südafrika wegen der Tiere und Irland wegen der längsten Küstenstraße der Welt - darauf muss ich einfach mal einen Roadtrip machen.

Wie bist du zum Bloggen gekommen und vor allem: warum gerade Reisen und Essen?

Anja beim Angkor Wat in Kambodscha
Anja beim Angkor Wat in Kambodscha

Die Leidenschaft für Reisen und Essen liegt in meiner Familie. Bei unseren Frankreichurlauben probierten wir etwa Paté, Coq au Vin oder Tarte aux Pommes.

Mit dem Bloggen habe ich vor über sechs Jahren angefangen, als ich auf der Weltreise war. Ich wollte meine Familie und Freunde mit Bildern und Geschichten versorgen – das ging mit einem Blog ganz einfach.  Auch heute genieße ich es, meine Erlebnisse über das Blog zu teilen. Schließlich bekomme ich auch von anderen Bloggern immer wieder hilfreiche Tipps und Ideen für neue Reiseziele.

Welche Reiseblogger inspirieren dich dabei ganz besonders?

Es gibt viele tolle Reiseblogs, die ich über RSS, E-Mail oder Bloglovin abonniert habe. Kaum war ich in einem Land, schwupps steht schon wieder ein neues auf meiner Wunschzielliste. Besonders gefährlich sind Blogs wie Claudi um die Welt, Meerblog, Puriy, Hallo Welt, Heimatherz oder Little Miss Itchy Feet. Sie alle wecken mit ihren Bildern von fernen Ländern meine Reiselust.

Was kannst du Reisenden, oder allen die über eine Weltreise nachdenken, mit auf den Weg geben?

Freundschaft schließen mit einem Lama in Peru
Freundschaft schließen mit einem Lama in Peru

Bereitet euch gut vor, aber packt leicht. Jedes Gramm müsst ihr schleppen und vor Ort kann man vieles kaufen. Seid nicht ängstlich, es gibt freundliche Menschen überall. Natürlich sollte man etwas aufpassen und nicht mit Schmuck und dicker Kamera behangen nachts durch verlassene Straßen wandern.

In dem Jahr auf Weltreise ist mir nichts wirklich Schlimmes passiert. In Bolivien hat mir ein Taschendieb in die Hosentasche gegriffen, ich habe ihm reflexartig mit meinem Regenschirm eins übergebraten. Ansonsten litt ich nur unter Sonnenbrand.

Die Weltreise hat mir sehr viel Gutes gebracht: mein Englisch ist besser geworden, ich habe viele Freunde gewonnen und unvergessliche Erlebnisse gehabt. Wenn ihr selbst noch überlegt: Auf meinem Blog findet ihr eine Liste mit Pro- und Kontrapunkten für eine Weltreise.

Vielen Dank Anja, für das Interview! Wir freuen uns auf weitere Beiträge von dir in unserem Blog und sind auf deine Abenteuer gespannt.

Du hast auch Lust auf Reisen bekommen, bist dir aber noch unsicher, ob du für so ein Abenteuer bereit bist? Hier findest du 10 gute Gründe, warum man unbedingt ein Auslandsjahr machen muss. Viel Spaß!

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